Pressetexte



NMZ 2005/04 - Noten: Neuerscheinungen für Jazz-Rock-Pop-Cello

... Der Cellist Gabriel Koeppen setzt mit den Neuerscheinungen seiner Edition Gabricelli die Reihe von gelungenen Veröffentlichungen für den Cellounterricht fort, wobei sich viele der Vortragsstücke in Talking Strings von der rein pädagogischen Konzeption lösen. Wie gewohnt gelingt ihm die Gratwanderung des geschmackvollen Umgangs mit den Klischees der jeweiligen Stile in Kombination mit der geschickten Umsetzung für das Cello und originellen musikalischen Details. Die Stücke sind für den Unterricht sehr geeignet, zumal sie grob nach Schwierigkeitsgrad geordnet sind.

Talking Strings 1 bietet mit 12 mittelschweren Solostücken eine Mischung aus „Klassik”, Jazz, Folk, Rock und Pop. Wie in Solostücken üblich wird die Harmonik oft durch Doppel- und Akkordgriffe sowie durch Gebrochene-Akkord-Melodik dargestellt. Neben Pizzicato mit der linken Hand und Gitarrenzupftechniken findet sich Lohnendes für Bogen und linke Hand. Effekte wie Flageolettpassagen, Percussion, Ghostnotes oder Verzerrer-Imitation bietet Talking Strings 2. Bewegen sich beide Bände vorwiegend in den Halslagen, so nutzt das letzte Hendrix-Tribute das Griffbrett bis zum „Schnee”. Eins der zehn mittelschweren bis schweren Stücke enthält Platz für improvisierte Fills, zu denen ein Anhang zahlreiche Anregungen liefert.

Triomania enthält zehn Trios von je ein bis zwei Partiturseiten. Es ist nicht die nahtlose Fortsetzung der sehr leichten „Easy Trios”. Die erste Stimme wandert durch die Halslagen (gelegentlich bis siebte Lage), die zweite Stimme bleibt vorwiegend in der ersten Lage mit gelegentlichen Ausflügen in eine Halslage. Das dritte Cello ist in der ersten Lage spielbar. Konstellationen mit drei unterschiedlich fortgeschrittenen Schülern oder auch zwei Schülern mit Lehrer sind denkbar. Wie auch die bisherigen Duos hat Koeppen seine neuen Trios stilistisch bunt gehalten und tadellos arrangiert. Anders als bei den „Hot Cello”-Ausgaben enthalten die Partituren keine Akkordsymbole. Cello Basics 1 bietet Tonleitern, Dreiklänge, Terzentonleitern, Bogen- und Fingerübungen. Die Zusammenstellung (1. Lage) mit Noten- und Aufgabenheft ist ein sinnvoller Einstieg in die genannten Themen...


NMZ 2004/06 - Forum Musikpädagogik: Einschätzungen und Anregungen zu Jazz und Popularmusik im Streicherbereich

...Als Anregung für den Cellounterricht möchte ich die gelungenen Unterrichtswerke von Gabriel Koeppen (1) anführen, in denen stilistisch vielfältige und gut arrangierte Duos zu finden sind. Durch Akkordsymbole und die Playalong-CD bieten sich die Stücke von „Hot Cello 2“ besonders dazu an, über das Notierte hinauszugehen. Die CD empfinde ich eher als Übehilfe und sehe die musikalische Stärke in der Duoausführung. Auch im Jazzbereich gibt es natürlich eine große Auswahl an guten Playalongs mit „echten“ Musikern und Instrumenten (nicht selbstverständlich). Dabei macht häufig das Spielen des notierten Themas schon Spaß, auch, wenn man sich an improvisierte Soli noch nicht wagen will.


NMZ 2004/04 - Kurz vorgestellt: Noten

Kahnfahrt mit Rentierpulli und Korksandale, Gabricelli, Flensburg, Gc 1004
16 rockige, poppige und jazzige Celloduette legt Gabriel Koeppen mit „Hot Cello 2“ vor. Titel wie „Kahnfahrt“ oder „Rentierpulli und Korksandale“ erfordern spieltechnisch die Lagen 1 bis 4 und einiges rhythmisches Geschick. Der Spaß kommt schnell beim Üben mit der mitgelieferten CD. Für Vorspiele ergeben sich verschiedene Besetzungsmöglichkeiten, so zum Beispiel mit Gitarre, Klavier, Bass, Schlagzeug oder ganzem Streichersatz. Für Abwechslung ist also gesorgt, das macht gute Laune und klingt hervorragend.


Auszug aus der Zeitschrift "Üben und Musizieren", Oktober/November 2005, von Prof. Dr. Nikolai Petrat, Inhaber des Lehrstuhls für Instrumentalpädagogik an der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

Musikalische Perspektiven der CD
(Musik machen von Anfang an)
Beim "Spaziergang" aus der Sammlung "Hot Cello 1" für zwei Celli von Gabriel Koeppen handelt es sich um ein Stück, das AnfängerInnen in der Regel bereits nach wenigen Unterrichtsstunden mit CD (mit)spielen können. Die Cellostimme beschränkt sich noch auf die vier leeren Saiten, also die ersten Töne, mit denen das Erlernen des Cellospiels in der Regel begonnen wird. Sie hat die Funktion einer Begleitstimme. Ohne die CD-Begleitung würden die zu spielenden Töne mechanisch-abstrakt eingeübt bzw. kämen nicht über das Niveau einer motorischen Konditionierung hinaus. Da die Tonfolgen und Notenwerte noch recht überschaubar sind, beanspruchen sie nicht die volle Konzentration des Schülers. So bekommt das Üben der Töne mit CD gleich musikalischen Sinn, wird für die SchülerInnen musikalisch schnell nachvollziehbar. Damit rückt bereits nach wenigen Unterrichtsstunden das Ziel der meisten AnfängerInnen deutlich näher, gemeinsam mit anderen zu musizieren.

Auch wenn Musik hier noch auf bescheidenem Niveau gemacht wird, kann der Schüler oder die Schülerin mit dem Instrument in eine Art "kollektiven Klang" abtauchen, kann sich mitreißen lassen und die entstehende Musik genießen. Die Ohren der meisten SchülerInnen beginnen hier musikalisch zu "glühen". Natürlich kann die CD nicht flexibel auf Temposchwankungen einer Schülerin eingehen. Indem diese aber - fast nebenbei - von der Musik auch metrisch mitgerissen wird, kommt zunächst gar nicht das Bedürfnis auf, die Musik über Tempoveränderungen gestalten zu wollen. Im Gegenteil: Auf diese musikalische Weise wird die Schülerin zusätzlich für metrische Genauigkeit sensibilisiert. Ein Metronom wäre in diesem Lernstadium unangebracht, wäre ein zu abstraktes Hilfsmittel, würde die Übermotivation sicher bald lähmen. Zur besseren Orientierung sind neben dem Begleitensemble die Cellostimme des Schülers und der Lehrkraft zu hören. Mit dem Balanceregler lässt sich die eine oder andere Stimme ausblenden.

...Das Musikmachen wird schnell zu einem persönlichen Erfolgserlebnis. Damit wird gleich zu Beginn des Unterrichts ein künstlerisches Selbstbewusstsein aufgebaut bzw. gefördert...